Nach einem Verkehrsunfall mit einem ausländischen Fahrzeug ist eine professionelle und unabhängige Beweissicherung besonders wichtig. Im vorliegenden Haftpflichtgutachten wurde ein VW Tiguan nach einem Auffahrunfall in Stolberg umfassend durch einen zertifizierten Kfz-Sachverständigen untersucht und bewertet. Besonderheit dieses Schadenfalls: Das unfallverursachende Fahrzeug war in Großbritannien zugelassen.
Professionelle Schadenanalyse am VW Tiguan
Der Unfall ereignete sich im Kreuzungsbereich Römerstraße / Schillerstraße in Stolberg. Nach Angaben des Anspruchstellers fuhr ein britisch zugelassener Tesla Model 3 bei widrigen Wetterverhältnissen auf den VW Tiguan auf.
Im Rahmen der Begutachtung wurden unter anderem folgende Schäden festgestellt:
- Stoßfängerabdeckung hinten beschädigt
- Schlussleuchten hinten beschädigt
- Ladekantenschutz beschädigt
- Pralldämpfer und Designelemente betroffen
- Lackierarbeiten im Heckbereich erforderlich
Die festgestellten Schäden konnten technisch nachvollziehbar mit dem geschilderten Unfallhergang in Einklang gebracht werden.
Reparaturkosten und Wertminderung fachgerecht ermittelt
Im Gutachten wurden die Reparaturkosten auf Basis einer markengebundenen Volkswagen-Fachwerkstatt kalkuliert. Die ermittelten Werte belaufen sich auf:
- Reparaturkosten netto: 3.857,03 €
- Reparaturkosten brutto: 4.589,87 €
- Merkantile Wertminderung: 206,00 €
- Wiederbeschaffungswert: 29.400,00 €
Zusätzlich wurde eine Nutzungsausfallentschädigung in Höhe von 65,00 € pro Tag berücksichtigt.
Besonderheiten bei Verkehrsunfällen mit Fahrzeugen aus Großbritannien
Unfälle mit Fahrzeugen aus Großbritannien führen seit dem Brexit regelmäßig zu erhöhtem Aufwand bei der Schadenregulierung. Während innerhalb der Europäischen Union weitgehend einheitliche Regelungen zur Haftpflichtversicherung und Schadenabwicklung gelten, ergeben sich bei Fahrzeugen aus dem Vereinigten Königreich zusätzliche Herausforderungen.
Im vorliegenden Fall war das gegnerische Fahrzeug bei einer britischen Versicherung in Cardiff versichert.
Problematik des Grünen-Karte-Systems außerhalb der EU
Besonders relevant ist in solchen Fällen das sogenannte Internationale Versicherungskarten-System – besser bekannt als „Grüne Karte“. Dieses System dient als Nachweis eines bestehenden Haftpflichtversicherungsschutzes bei internationalen Fahrten.
Seit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union bestehen in der Praxis häufiger Probleme bei:
- der eindeutigen Versicherungszuordnung,
- der Schadenregulierung über ausländische Versicherer,
- längeren Bearbeitungszeiten,
- sprachlichen und rechtlichen Besonderheiten,
- sowie der Durchsetzung von Ansprüchen im Ausland.
Fehlt eine gültige Grüne Versicherungskarte oder können Versicherungsdaten nicht eindeutig geprüft werden, verzögert sich die Regulierung oftmals erheblich. Geschädigte sind in solchen Fällen auf eine besonders sorgfältige technische Dokumentation des Schadens angewiesen.
Gerade deshalb ist ein unabhängiges Kfz-Gutachten bei Unfällen mit nicht in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen von erheblicher Bedeutung.
Warum ein unabhängiges Haftpflichtgutachten unverzichtbar ist
Ein professionelles Unfallgutachten dient nicht nur der Ermittlung der Reparaturkosten, sondern vor allem der rechtssicheren Beweissicherung gegenüber ausländischen Versicherern und Regulierungsstellen.
Das Gutachten dokumentiert unter anderem:
- Schadenumfang,
- Reparaturweg,
- Plausibilität des Unfallhergangs,
- Nutzungsausfall,
- Wertminderung,
- Wiederbeschaffungswert,
- sowie mögliche Reparaturrisiken.
Gerade bei internationalen Schadenfällen ist eine lückenlose Dokumentation entscheidend, um Ansprüche vollständig durchsetzen zu können.
Zertifiziertes Kfz-Gutachten für internationale Schadenfälle
Das Haftpflichtgutachten wurde durch den zertifizierten Kfz-Sachverständigen Markus Vreydal erstellt und dokumentiert sämtliche technischen und wirtschaftlichen Faktoren des Schadenereignisses umfassend und nachvollziehbar.





